Jul 11
Jul 11
(djd/pt). Stress, Bewegungsmangel und Übergewicht ziehen viele Krankheiten nach sich, dazu gehören auch chronische Rückenschmerzen. Rund 20 Prozent der Frauen und 15 Prozent der Männer leiden über Monate, manchmal Jahre unter quälenden Beschwerden – Tendenz steigend. Auch bei Jugendlichen zeigen sich immer häufiger schmerzhafte Symptome von Fehlhaltungen, Nacken- und Schulterverspannungen oder psychischer Belastung. Hält der Schmerz über einen längeren Zeitraum an, “verliert er seine Warnfunktion und wird zu einer eigenständigen Krankheit”, erklärt der Berliner Schmerztherapeut Selcuk Bas den Teufelskreis. Das Gravierende daran: Die Schmerzzellen verändern sich. Sie reagieren plötzlich empfindlicher auf Reize und signalisieren dem Gehirn auch bei schwächeren Impulsen einen Schmerz.
Erregbarkeit der Nerven senken
Um das Leiden erträglich zu machen, nehmen viele Patienten Schmerzmittel ein. Die Wirkstoffe sind recht preiswert, können aber Nebenwirkungen haben. “Anhand von Zusammenfassungen vorhandener Daten aus bereits gelaufenen Studien konnte man feststellen, dass der Dauergebrauch von hohen Dosen dieser NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika) das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erhöhen kann”, warnt Bas. Hinzu kommt, dass diese Mittel längerfristig zu Magenproblemen führen. Aus diesem Grund wenden Experten seit einiger Zeit muskelentspannende Medikamente mit dem Wirkstoff Flupirtin an. Selcuk Bas: “Flupirtin wirkt auf die schmerzverarbeitenden Nervenfasern abdichtend und vermindert deren Erregbarkeit.” Es lindert so den Schmerz über 24 Stunden und sorgt zugleich für Entspannung.
Die Psyche entlasten
Die Wahl des Medikaments ist jedoch nur Teil eines ganzheitlichen Behandlungskonzepts, das physiotherapeutische Aspekte ebenso umfassen sollte wie Maßnahmen, um die psychische Situation der Betroffenen zu verbessern. “Der Umstand, dass unglückliche Menschen deutlich häufiger an Rückenschmerzen leiden, ist sogar wissenschaftlich belegbar”, weiß Bas. Wie die Erfahrung zeigt, bekommt ein Teil der Betroffenen seine Schmerzen deshalb mit zusätzlichen Entspannungsübungen, Yoga und Meditation in den Griff.
Pressemeldung: djd